Archiv für September 2008

Auf zu neuen Taten, klaut ihm seinen Spaten!

Ein paar Impressionen rund um die Demo für den Verbleib des JUZ IGB in der Pfarrgasse 49

Dosenkunst mal anders

Das Schöne an Streetart ist, dass sie nicht langweilig wird. Klar, Stile und Muster wiederholen sich ab und an, aber es kommen natürlich auch immer neue Impulse von außerhalb und krasse Ideen von örtlichen Artists.

So auch in diesem Fall. Kein Sticker, kein Paste-Up, kein Graffito.

Zwei Dosen, eine in baby-blau, die andere in klassischem Silber. Gefunden an der Saarbahnhaltestelle Johanneskirche.

Das Tag. Ich find´s gut, der Kompromiss zwischen eigenem Stil und Lesbarkeit ist gelungen.

Tja, wie ist das jetzt zu deuten?

Hat da jemand mit dem Sprayen aufgehört? Die Dose leer, aber eben auch gefesselt durch den Kabelbinder, welcher mittlerweile bei den Bullen ja beliebter ist als die Old-School-Handschellen. Ein Zeichen der Vergänglichkeit, Hinweis auf die Schnellebigkeit und den illegalen Charakter des künstlerischen Schaffens?

Wie auch immer, ich find die Sache interessant, gute Idee.

Dies und Das

Ohne große Worte.

Ein paar Zeilen zur Lagebewertung

Zuerst: Im folgenden Beitrag soll es nicht um Streetart gehen. Anscheinend hat so mancher meine Kommentare zu den Geschehnissen in Köln am Wochenende etwas falsch verstanden, und deswegen möchte ich kurz, aber ausführlicher als in den Beiträgen zuvor, meine Sicht der Ereignisse darlegen.

Ich bleibe dabei, das WE war für emanzipatorische Kräfte ein Erfolg. Den Rassisten von Pro Köln wurde eine erhebliche Niederlage zugefügt, ihr „Kongress“ war eine Blamage, ein politisches Fiasko. Das war unser erklärtes Ziel, und das wurde erreicht.

Der Kongress wurde von der Polizei abgebrochen, weil es zu Ausschreitungen von autonomer Seite aus gekommen war, es gab Barrikaden, brennende Mülltonnen, ein paar kaputte Blumenkübel und das ein oder andere zerstörte Glas. Meiner Meinung nach ein hinnehmbarer Schaden.

Was nicht so toll war: Ein Angriff auf vermeintliche Pro´s von übereifrigen Antifas, Wurfgeschosse, die die Falschen trafen, eine stehengebliebene Mini-Ausstellung mit antisemitischen Inhalten sowie die Teilnahme von ein paar Idioten an der Antifa-Demo und den Blockaden.

Allerdings lässt sich sowas nicht immer vermeiden. Ich bin kein Freund von Nationalfahnen, egal welcher, auch wenn gewisse Anlässe (zu denen dieses WE nicht zählte) durchaus dem Schwenken dieser Stofflappen Legitimation verleihen. Trotzdem reduziere ich beispielsweise die Freitags-Demo nicht auf einzelne Stalin-Verehrer, weil mensch 3000 Leute keiner Gesinnungsprüfung unterziehen kann. Ich will auch nicht ausschließen, dass ein paar Otto-Gesichter die Mörderbande RAF verherrlicht haben (oder Idioten wie Bomber Harris als Vorbilder propagiert haben), aber selbst wenn dem so war, steht das in keinem Verhältnis zur massiven Mehrheit der vernünftigen Demoteilnehmer.

Und natürlich ist es zu kritisieren, dass am Samstag keinerlei Auseinandersetzung mit dem bürgerlichen, subtileren Rassismus links von Pro Köln stattfand. Aber wie hätte das denn aussehen sollen? Und was ist mit der praktischen Negierung des staatlichen Gewaltmonopols, der praktischen Negierung der Unantastbarkeit von privatem Eigentum, dem Angriff auf die Ausländerbehörde und auf die Polizei? Ist das typisch für den „bewaffneten Arm des CDU-Bürgermeisters“?

Und apropo keine Auseinandersetzung, wie hätte man die Kritik am reaktionären politischen Islam da noch mit rein bringen sollen? DITB-Vertreter verprügeln? Die Moschee angreifen?

Versteht mich nicht falsch, ich bin immer offen für Kritik; aber Kritik sollte konstruktiv sein. Und da für mich Antifaschismus auch die Verteidigung gewisser Mindeststandarts bedeutet, hatte die Kritik an Pro Köln letzten Samstag Vorrang vor einer Konzentration auf die Verlogenheit der bundesrepublikanischen Gutmenschen.

Deutsche Zustände zerschlagen!

Um nicht mit Kreidemalereien der Clowns Army schließen zu müssen, noch ein schöner Sticker gegen den deutschen Mief, wieder aus der Heimat

Ja, auch Saarbrücken hat schöne Seiten.

Out Of Area – Köln 3

Aufkleber, nicht immer ein schöner Anblick.

Aber immerhin gibt´s ja noch andere Streetart… großes Kino Leute!

Wenigstens das können die Clowns..

Ps. BFE, USK, Spielzeug für die Antifa!

Out Of Area – Köln 2

Und noch ein paar nette Bilder aus Cologne…

Out Of Area – Köln 1

Und weil´s so schön ist: Noch ein paar Impressionen aus der Stadt, deren linke Szene vergangenes WE eine super Orga gestemmt hat. Klasse!

Pro Köln, wir sind da, Autonome Antifa!

Und wie sie da war: Der vollmundig als „größte rechte Veranstaltung in der Geschichte der BRD“ angekündigte Rassisten-Kongress auf dem Kölner Heumarkt wurde für die Rechtspopulisten von Pro Köln und ihre rassistischen Kumpanen aus dem In- und Ausland zum völligen Disaster.

Und wer darf sich diesen Erfolg nun auf die Fahne schreiben? Die Höhner, die lustige Lieder gegen Rechts sangen? Der CDU-Bürgermeister, der in Sachen Rassismus den Pro´s nur sehr bedingt nachsteht? Oder gar den ach so liberalen Bürgers, die nach Übergriffen von BFE und USK ihre Solidarität mit dem Staatsapparat demonstrierten, indem sie die Festnahme von Antifas beklatschten?

Nein, der Erfolg dieses Wochenendes geht ganz klar an die Antifa, an diejenigen, welche die „Moby Dick“ beackert , die Bahnanlagen angeheizt , die Ausländerbehörde und Bullenkarren verschönert , Pro´s sanft den Weg gewiesen und mit vielen Barrikaden und sonstigen Actions dem offenen Rassismus auf dem Heumarkt, sowie dem pseudo-humanistischen Bürger-Peace-Gelaber eine klare Absage erteilt haben!

Glückwunsch, weiter so!

Gemischter Kram

Das obige Foto zeigt im Übrigen keinen Aufkleber, sondern eine Art Platte, welche am Humptys hängt… näheres dazu demnächst, das WE ist erstmal Funkstille, gibt ja diese Tage Wichtigeres…




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