Archiv für Oktober 2008

Halle will Farbe verbieten

Just & Friends hat interessantes aus dem Sachsendreieck: Halle an der Saale will Farbspraydosen verbieten.

Sprühdosenverbot soll bald kommen
Innendezernent Wiegand kündigt auf einer Bürgerversammlung neue städtische Verfügungen an.
VON TRIXI RITTER, 21.10.08, 18:40h, aktualisiert 21.10.08, 20:02h

HALLE/MZ. Eilig dahin gerotzte Kritzeleien möchte man sich an diesen Wänden nicht vorstellen: In der restaurierten Aula des Cantor-Gymnasiums empfing Schulleiter Ulrich Müller am Montagabend Anwohner und Gäste zum Bürgergespräch nicht ohne Stolz. Es passt, dass sich Interessierte gerade an diesem Ort der Schönheit darüber austauschen, mit welchen Initiativen der Stadtteil Glaucha aus seinem Dornröschenschlaf geweckt werden kann.

Viel zu lange schon modern hier Häuser und Straßenecken, zu lange auch ärgert es nicht nur Anwohner, dass Bemühungen zur Aufwertung der Bausubstanz von Sprayern zunichte gemacht und eventuelle Investoren abgeschreckt werden. Innendezernent Bernd Wiegand erläuterte die bevorstehenden Maßnahmen der Stadt, dem Vandalismus ein Ende zu setzen: Vom 3. bis 17. November sind Eigentümer und Anwohner aufgerufen, während der Reinigungsaktion “Graffitifreies Glaucha” Immobilien auf eigene Kosten von Schmierereien zu befreien. Unterstützung durch die Stadtwirtschaft ist zugesagt.

Auch der Forderung nach härterer Bestrafung soll Rechnung getragen werden. Ab 21. November erfolgen kontinuierliche Kontrollen durch die Polizei. In Vorbereitung sei auch ein Mitführverbot von Sprayflaschen. Die städtische Verfügung sieht Geldbußen bis zu 1 000 Euro vor. “Wir gehen davon aus, dass schon in einem Monat die ersten Verbote ausgesprochen werden können”, so Wiegand gegenüber der MZ.

Dass das ästhetisch zumeist anspruchslose Beschmieren von Häusern oft wie ein kulturell aufgewertetes Delikt behandelt wird, empfindet Stefan Schulz, Vorsitzender der Jungen Union, als inakzeptabel: “Bei Ladendiebstahl greifen die Gesetze deutlich – wer den Besitz eines Geschäftsinhabers stiehlt, wird bestraft. Das sollte auch für jemanden gelten, der das Eigentum eines Hausbesitzers zerstört.”

Nach wie vor setzt die Stadt auf präventive Entwürfe. Die amtierende Jugendamtsleiterin Katharina Brederlow berichtete von Aufklärungsaktionen an Schulen in Zusammenarbeit mit der Polizei. Begleitete gestalterische Graffitiarbeiten würden im Projekt “Graffiti gegen Schmierereien” unterstützt. Wie sich Glaucha zukünftig gestalten lässt, wird unter anderem während eines Stadtteil-Entdeckerfestes am kommenden Samstag ab 13 Uhr thematisiert. Dann sind die Hallenser eingeladen, die Schokoladenseiten Glauchas kennen zu lernen.

Mitteldeutsch und stolz drauf – Freunde der grauen Wände

Huh. Ganz schön anstrengend, oder? Sind die gecrashten Sätze auf die Wut oder die Finanzkrise zurückzuführen? Man weiß ja nie, am Ende stecken für stolze Mitteldeutsche ja öfter mal Schreckgespenster (höhö) hinter terroristischem Treiben.
Jedenfalls hat Trixi Ritter (ja, die mit Kassenschlagern wie „Lachen und Wein ganz nah beieinander“ oder „Man in Blech.“) beim Schreiben dieses … … Lesegenusses ordentlich getrixt, um mal wieder ernst zu werden. Das volle Programm gegen Graffiti – Haider würde sowas direkt in den Koalitionsvertrag schreiben lassen, wenn er nicht dieses schöne Auto kaputt gemacht hätte. So ein Pech aber auch.

Schließlich will man keine eilig dahin gerotzten Kritzeleien in der Schul-Aula(!) oder potentielle Investitionen mit „ästhetisch zumeist anspruchslos“ verschmierten Wänden in der Stadt, und schon gar nicht in Glaucha, dass ja momentan noch in einem „Dornröschenschlaf“ dahinvegetiert. Und um es wach zu küssen gibt jeder Oberblockwart sein Statement ab, der Sicherheitskonsul langt hart zu, der Vorsitzende des Vereins „Junge Union – Bier, Bier, Schlaaaaaaaand“ plädiert für Recht und Ordnung.

Neben all der Scheiße über ganze Passagen, ist Trixie aber auch ein richtiger Gedanke gekommen:

„Viel zu lange schon modern hier Häuser und Straßenecken, zu lange auch ärgert es nicht nur Anwohner, dass Bemühungen zur Aufwertung der Bausubstanz von Sprayern zunichte gemacht und eventuelle Investoren abgeschreckt werden.“

Ja, die armen “nicht nur Anwohner” wie Investoren ärgern sich, die Armen. Zurecht, denn: Die gewünschte Aufwertung (Renovieren, Miete erhöhen, …-> letztendlich Gentrifizierung) kann aufgrund der Sprayflaschen-Terroristen nicht/erschwert durchgesetzt werden, was natürlich für einen marktorientierten Investoren ein Graus ist.

Das sollte mensch mal festhalten: Diese Farbgangster befeuern die Ausfälle der Banken über die Wertminderung der attackierten Immobilie, widersetzen sich damit nicht nur der Logik des Marktes, sondern auch der bundesdeutschen Einheitsreformkampagne.

Und deshalb, haltet die Reihen fest geschlossen für deutsches Recht und deutsche Ordnung!

In diesem Sinne

Vandale2008

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Und der Videoüberwachung zum Trotz, noch eine Schablone.




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